Fun Factory – Vom Küchentisch zum Imperium

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Dirk Bauer, 43 Jahre jung und Diplom-Ingenieur. Kennen Sie nicht? Wenn Sie einen bunten Vibrator zu hause haben dann werden Sie wahrscheinlich zumindest indirekt mit ihm zu tun haben.
Dirk Bauer und sein Partner Michael Pahl sind Inhaber der Firma “Fun Factory”. Genau, die Firma die diese andersförmigen, bunten Sexspielzeuge herstellen und damit, nach eigenen Angaben, den Markt anführen.
Aber fangen wir von vorn an.

1995 eröffnet Bauers damalige Frau in Bremen einen Sexshop mit Namen “For Ladies”. Der Name sollte Programm sein. Das heißt es sollten speziell Produkte verkauft für Frauen verkauft werden. Logisch, wie überall sonst auch, sind die meisten Sexspielzeuge eh für Frauen. Aber kennen Sie den Spruch “Das ist zwar für Frauen, aber bestimmt von einem Mann gemacht!”? So war es auch bei dem Paar. Sie suchten spezielle Sexspielzeuge die auch wirklich Frauen gefallen.
Aber sie fanden leider nur das was es auch in allen anderen Sexshops gab.

“Wir hatten die Wahl zwischen fleischfarbenen Penissen mit unterschiedlichen Äderungen, günstigen Vibratoren aus Latex und Furcht einflößend dicken Dildos in Schwarz”, erinnert sich Bauer.

Als dann die erste Lieferung eintraf war beiden nicht klar was sie mit den meisten Spielzeugen überhaupt anfangen sollten.

Kundinnen fragen nach weicheren Dildos und Spielzeugen. Kaum jemand ist mit den harten Materialien zufrieden. Und so kaufen Dirk Bauer und Michael Pahl Silikon und Knete und fangen an in der eigenen Küche zu experimentieren. Und wieder fängt eine Erfolgsstory in der Garage Küche an. ;)
Aber sie fingen nicht etwa an ihren eigenen Schniedel nachzubauen… nein, die allererste Form ähnelte einem Pinguin. Mit voller Absicht!
Das erste Model trägt den Namen “Paddy Pinguin” – klar, was auch sonst – und machte eine riesen Sauerei in der Küche. Aber das machen Männer wohl sowieso immer in der Küche. :D
Nachdem der Prototyp fertig war wurde er für 120 DM in das “For Ladies” gestellt. Es dauerte auch gar nicht lange da wurde er gekauft. Was bei dem Preis eigentlich nicht so wirklich zu erwarten war. Denn 120 DM für einen Dildo ist schon eine Menge Geld. Doch 50 DM Materialkosten und viel Arbeit machten einfach den Preis aus.
Dennoch, er war verkauft. Den Gewinn investierten die beiden “Schöpfer” gleich in neues Arbeitsmaterial und wurden auch gleich effektiver. Sie stellten im 2. Durchlauf aus der gleichen masse Material 4 Dildos her.

Beide sind bis dahin nur Hobby-Sexspielzeughersteller. Dirk Bauer geht von Mo-Fr seiner Arbeit als Diplom-Ingenieur nach und Michael Pahl studiert in der Bremer Uni. Abends treffen sich beide dann in Pahls Küche und experimentieren beim Bau von Sexspielzeugen. – Könnte mir auch gefallen :)Diese Unikate verkaufen Sie dann am Wochenende auf Märkten in ganz Norddeutschland.

Der Kundenstamm wuchs und immer mehr Menschen (nicht nur Frauen) kauften die Sexspielzeuge mit dem etwas crazy, bunten Aussehen. Das war auch das Argument welches die Großhändler benutzen um die beiden Abzuwimmeln.

“Die haben doch alle über uns gelacht”, sagt Bauer heute. “Niemand aus der Branche glaubte, dass sich unsere bunten Silikondildos und Vibratoren verkaufen würden.”

Außerdem waren Sie viel teurer (3-5 Fache) als die anderen Spielzeuge, zumeist aus China. Aber Sie verkauften sich auf den Märkten.
1996 ist dann doch ein Beathe-Uhse Einkäufer darauf eingegangen und hat 240 Vibratoren bei den beiden Jungunternehmern bestellt. Das klingt gut, ist es für die Finanzkasse und das Image auch, aber das Problem war… die Tagesproduktion lag bei 2 Stück. Doch sie haben das Problem gemanaged, ihre Produktion mit Maschinen (im Eigenbau) professionalisiert und konnten liefern.

“Es gab damals auch deshalb keine Silikonvibratoren, weil das Material so schwer zu verarbeiten ist”, sagt Bauer. Silikon trocknet langsam und gilt als schwer zu verkleben. “Da einen Hohlraum für einen Motor reinzubekommen war eine echte Herausforderung.”

Das war der Startschuss für die Konjunktur. Das kleine Küchentischimperium fing an zu wachsen und sich zu einer “richtigen” Firma zu entwickeln.

Sie wächst auch heute noch. Nach eigenen Angaben liegen die Wachstumsraten bei bis zu 40% im Jahr.
Heute macht die Firma Fun Factory einen Jahresumsatz von 18 Millionen Euro und beschäftigt 80 Mitarbeiter. Damit wurde aus der Küchentischbastelei die größte Sexspielzeugfabrik in Europa.

Wie kommt dass? Was macht Fun Factory anders?
Sie machen es im wahrsten Sinne des Wortes anders. Wer schon einmal bei Fun Factory eingekauft hat der weiß was ich meine. Keine großen, nackten Brüste (auf einer Dildoverpackung *haha*), keine übergroßen Penisnachbildungen, kein Hartplastik… Fun Factory ist entstanden weil es kaum Sexspielzeug gab das Frauen wirklich mögen und das ihnen Spaß macht. Fun Factory waren die ersten die Dildo & co. aus weichem Silikon gemacht haben. Sie designen Sexspielzeug das wirklich dazu gemacht ist der Frau freude zu bereiten und sind so geformt – auch wenn mir das bei einigen Spielzeugen nicht wirklich klar ist… aber ich bin auch keine Frau :) – , sie machen es bunt :) , die Verpackung ist nicht so… plump und selbst der Klang muss stimmen. Rundum wohlfühlen und spaß haben. So wie es sein soll.

Wie es als Marktführer oder auch nur erfolgreicher Ideenhaber so ist… sie sind längst nicht mehr die einzigen die diese Art von Sexspielzeug herstellen. Auch Amerika und China sind fleißig am kopieren… manchmal sogar 1:1. Aber Fun Factory hält sich wacker und ist bereits dabei auch weiter zu schauen. Zum Beispiel arbeiten sie nun sogar mit Hebammen zusammen… Beckenbodentraining das Spaß macht ;)

Mein persönliches Fazit:
Ich kenne keinen der beiden Gründer persönlich. Aber ich denke das dies mal wieder eine wundervolle “Von der Garage zum Imperium”-Geschichte ist. Da kommt jemand, hat eine Idee bzw. sieht eine Marktlücke und macht sein Ding. Es ist Riskant und besonders bei den beiden hätte auch ich am Anfang gesagt “Das wird nie was”. Ich meine diese Sexspielzeuge sehen wirklich nicht wie Sexspielzeuge aus und machen manchmal eher ein bisschen Angst :)
Aber hey, Frauen mögen es und das ist das was zählt. Ich glaube wir Männer müssen wohl mal etwas intensiver mit den Sexspielzeugbedürfnissen unserer Frauen beschäftigen… oder diese vielleicht sogar selbst mit ihren eigenen Sexspielzeugbedürfnissen. :) Ich werde es jedenfalls mal ausprobieren und das nächste mal einen Dildo von Fun Factory kaufen und schauen was meine Frau dazu sagt… welcher ist besser… Penisform (a la Otto Normal Dildo) oder so ein ausgefallener Dildo (wo man manchmal erst einmal gucken muss wo oben und unten ist :) ).

Hier noch 2 interessante Videos, über Fun Factory, die ich bei You Tube gefunden habe.

Videofragebogen: Dirk Bauer von Fun Factory (von FTD TV)

Besuch beim Dildo-Bauer Fun Factory

Sex Toy Review – Fun Factory Delight (Englisch)

Quellen und Dank an:

  • fdt.de – Dirk Bauer – Der Mann, der Beate Uhse überholte
  • fun factory – History

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