Der Dildo und die Kirche

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Kirche und Sexualität, das sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Die Untersuchung einer deutschen Universität brachte zum Thema Kirche und Dildo erstaunliches zu Tage.

Ein Dildo macht nicht krank, ganz im Gegenteil ;-)

Ein Dildo macht nicht krank, ganz im Gegenteil ;-)

Der Standpunkt der Kirche was Sexualität und Selbstbefriedigung angeht, ist hinlänglich bekannt. Besonders die katholische Kirche tut sich eher schwer mit Sex jeglicher Art.
Jetzt wurden im Rahmen einer Studie an einer Universität Menschen aller Konfessionen befragt, was sie zum Thema Sex und Onanie meinen und dabei waren einige sehr verblüffende Antworten.
So haben zum Beispiel Menschen, die keiner Konfession angehören, deutlich mehr Spaß am Sex und auch an der Selbstbefriedigung, als die Menschen, die einer der großen Kirchen angehören. Die konfessionslosen haben auch einen größeren Appetit auf Sex und stehen sexuell neuen Dingen wesentlich positiver gegenüber als die regelmäßigen Kirchengänger. 89% aller Menschen die keiner Kirche angehören, benutzten mehr oder weniger regelmäßig ein Sextoy und fanden dies ganz in Ordung.
Zwar haben auch 82% der Katholiken und 81% aller Protestanten regelmäßig Sex, aber was die Selbstbefriedigung angeht, fällt es vielen schwer darüber zu reden. Die meisten gaben an, dass sie sich selbst befriedigen, aber dabei immer ein schlechtes Gewissen haben und diese Form des Sex immer noch als eine schwere Sünde ansehen, die auch noch gebeichtet werden muss.
Aber was bei dieser Umfrage besonders ins Auge fiel und zum Nachdenken anregt, ist die Tatsache, dass über die Hälfte der Katholiken und immerhin noch rund 15% der Protestanten in der Selbstbefriedigung einen gesundheitsschädlichen Aspekt sehen. Und das gilt nicht nur für die Masturbation an sich, sondern vor allem für den Gebrauch von Dildos, Vibratoren und ähnlichem. Zwar konnte bei dieser Umfrage keiner genau sagen, warum ein Dildo schädlich sein soll, aber besonders Frauen waren der Überzeugung, dass man davon unter Umständen krank werden kann.
In einem zivilisierten Land im 21. Jahrhundert finde ich es persönlich eher traurig, dass es immer noch Instituitionen wie die Kirche gibt, die Menschen die Lebenfreude verteufeln wollen, zu der eine gesunde Sexualität in welcher Form auch immer gehört.

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Eine Antwort zu “Der Dildo und die Kirche”

  1. Religionslehrer sagt:

    Hallo,

    Selbstbefriedigung ist KEINE Sünde!
    Selbstbefriedigung kommt in der Bibel gar nicht vor. Onan vollzog in der bekannten Onan-Geschichte keine SB, sondern Coitus interruptus, also Empfängnisverhütung. Die Meinung, SB sei Sünde und “unrein” (unrein auch die weibliche Periode!), ist reine Willkür. Nach Erkenntnissen der heutigen Medizin, Psychologie und Sexualwissenschaft ist SB eine eigenständige und wertvolle Form der Sexualität. Der Sexualtrieb ist uns Menschen angeboren und wir behalten ihn ein Leben lang. Er ist NICHT auf den ehelichen Geschlechtsverkehr beschränkt! Schon Embryos im Mutterleib berühren ihre Geschlechtsteile. Das beweisen Ultraschallaufnahmen. Für Jugendliche ist SB Triebabfuhr und Einüben ihrer Sexualität (die laut Schöpfungsbericht von Gott gegeben ist). Erwachsene können durch SB ihr Sexualleben bereichern, und für viele, vor allem Frauen, ist sie ein gutes Orgasmustraining.
    Ich empfinde es als ungeheure Arroganz und Größenwahn, wenn “Christen” Menschen, die sich selbst befriedigen, verachten und allgemein gültige Verbote aufstellen wollen. Die jahrhundertelange Unterdrückung der SB durch Mediziner, Pädagogen und Kirchenväter (gibt es eigentlich auch Kirchenmütter?) hat viel Not und Elend über die Menschheit gebracht. Ich erinnere nur an die zahlreichen Klitoridektomien in Europa und den USA zur “Behandlung” der weiblichen Masturbation.
    Selbstbefriedigung – eine Sünde? NEIN!

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